Wer in der organisierten Kirche zu arbeiten beginnt, macht möglicherweise eine überraschende Erfahrung: Die Organisation ist nicht in der Weise auf Theologie angewiesen, wie man es erwarten könnte. Die Entscheidungen, die zu treffen sind, kommen weitgehend ohne sie aus. Interessanterweise ist sie gerade deswegen aber keineswegs bedeutungslos.
Religion nach Geschmack? Die Sinus-Milieu-Studien 2006 und 2008 für die katholische Kirche in Deutschland fordern mit ihrer marktorientierten Sicht zur theologischen Reflexion heraus. Ist ästhetische Attraktivität ein Maßstab des christlichen Glaubens? Wie soll er sonst auf Resonanz stoßen?
In der Antike und in der Aufklärung geriet Religion in den Verdacht, dumm zu sein, weil sie der Freiheit des Geistes widerspreche. Heute wird Religion auch als klug beschrieben, weil sie der Intelligenz der Natur bzw. der Gesellschaft entspreche.
Unsere Kultur sieht Gemeinschaft typischerweise im Mahl symbolisiert. Das berühmte Bild von Leonardo da Vinci ist fest im kulturellen Gedächtnis verankert, so fest, dass z.B. die Werbung sich ironisch darauf beziehen kann. Was aber ist Gemeinschaft? Worin besteht ihr Sinn? Wie ist sie möglich unter den Kommunikationsbedingungen der modernen Gesellschaft heute?
Entfesselt die Jugend, und „ihr werdet mit ihr das Leben befreit haben“! Lebt wie Originale einer „ersten Generation“ und „vergesst den Aberglauben, Epigonen zu sein“! Dieser Appell Nietzsches ist längst in unserer Gesellschaft heute angekommen. Niemand von uns will alt werden, alle wollen wir jung bleiben, weil Jugend Vitalität verspricht.
Erst im 20. Jahrhundert wurde das der Liturgie seit alters vertraute Verständnis der Kirche als populus (Dei) in der Ekklesiologie wieder aufgenommen. „Volk Gottes“ ist ein Trierer Thema. Mit ihm sind in der Vergangenheit vor allem zwei Namen verbunden: Mannes Dominikus Koster und Ignaz Backes
„Das viele Büchermachen nimmt kein Ende, und das viele Studieren ermüdet den Leib.“ Diese Warnung steht in der Bibel: am Ende von Kohelet. Sie setzt ihrerseits voraus, dass sie gelesen wird. Doppelte Ironie der Schrift! In diesem merkwürdigen Medium steckt aber noch viel mehr drin. Es eröffnet eine weitaus raffiniertere Welt, als wir uns normalerweise ausmalen. Was ist das für eine Welt?
Todgesagte leben länger. Das trifft auf die Familie ebenso zu wie auf die Religion. Noch mehr: Die Familie scheint ein religiöser Faktor zu sein und umgekehrt die Religion ein familienproduktiver. Mit der Familie kehrt die Religion wieder – und mit der Religion die Familie. Stimmt das?
Nach dem Heidelberger Katechismus ist „die Meß im Grund nichts anders denn eine Verleugnung des einigen Opfers und Leidens Jesu Christi … und eine vermaledeite Abgötterei“. Die Kritik der Reformation am römischen Messopfer ist vielfältig, wie eine Erinnerung an ihre Väter Luther, Melanchthon, Zwingli und Calvin zeigt.
Ein Schlagwort, das seit dem Gedenkjahr 1988 in Österreich wieder neues Gewicht erhalten hat und das nicht wenige in ihrem Munde führen, die sich an der breiten Diskussion um die Frage beteiligen, was man angesichts der Vergangenheit der letzen 50 Jahre tun könne, oder gar tun hätte sollen, lautet „Vergangenheitsbewältigung“. Was hat es mit diesem Wort auf sich?
„Manche sind von Geburt an zur Ehe unfähig, manche sind von den Menschen dazu gemacht, und manche haben sich selbst dazu gemacht - um des Himmelreiches willen. Wer das erfassen kann, der erfasse es.“ (Mt 19,12). Was hat es mit dem Ideal des Eunuchen „um des Himmelreiches willen“ auf sich? Ist der Eros der eigentliche Gegenstand der christlichen Askese?