Prof. Dr. Bernhard Fresacher

Forschung

Das Christentum bringt einen reichen Schatz semantischer und praktischer Formen hervor, aus dem die Theologie schöpft, und mit dem sie zugleich für andere Wissenschaftsgebiete interessant ist. Diesen Schatz im Detail zu heben, ist das Ziel meiner Forschung. Dabei lasse ich mich von anderen wissenschaftlichen Disziplinen inspirieren, besonders von der Philosophie, der Soziologie, der Ethnologie und der Psychologie.

Ich arbeite an einer theologischen Theorie des christlichen Glaubens, für die das Gegenüber zum Judentum und zu den anderen Religionen, die historischen Veränderungen der eigenen Tradition und die vielfältigen Kommunikationsbedingungen der modernen Gesellschaft von hoher Relevanz für die Wahrheitsfrage sind.

Semantik und Kommunikation

Anhand theologiehistorischer Beispiele sollen Bausteine einer Semantiktheorie des christlichen Glaubens entstehen. Dazu wird der linguistische, soziologische, kulturwissenschaftliche und...

Anhand theologiehistorischer Beispiele sollen Bausteine einer Semantiktheorie des christlichen Glaubens entstehen. Dazu wird der linguistische, soziologische, kulturwissenschaftliche und neurowissenschafliche Stand der Forschung auf dem Gebiet der Semantik verarbeitet. Ziel ist es, den Einfluss semantischer Formen (nicht nur in Schrift und kirchlicher Lehre, sondern beispielsweise auch in Bild und Architektur) auf den christlichen Glauben sowie den Einfluss des christlichen Glaubens über semantische Formen auf die Gesellschaft zu untersuchen. Dabei liegt ein Augenmerk auf der Hybridität von Religion. Auf hybride Religions- und Religiositätsformen stößt man nicht nur bei den anderen Religionen, sondern ebenso im Christentum. Die moderne globalisierte Weltgesellschaft forciert diese Tatsache. Als solche stellt sie sowohl eine Herausforderung für den interreligiösen Dialog dar als auch für die theologische Selbstbeschreibung des Christentums, insbesondere im Verhältnis von Dogma und Geschichte sowie Dogma und Kultur. In der Katholischen Kirche steht das 2. Vatikanische Konzil für den Anfang dieses Problembewusstsein. Von diesem ausgehend soll eine theologische Theorie entworfen werden, die in der Lage ist, das Christentum in der Begegnung mit anderen Religionen vor allem von seinen hybriden Formen her zu erfassen. Damit wird zugleich nicht in erster Linie der Dialog sondern die Hybridität zum Ausgangspunkt einer Theologie der Religionen gewählt, die, so die Vermutung, dadurch analyseschärfer und leistungsfähiger werden kann.